Einkommen zu gering? So gibt es trotzdem Kredit

Die Höhe des Einkommens gehört zu den entscheidenden Faktoren bei einer Kreditanfrage. Nur wer genug verdient, ist aus Sicht der Banken kreditwürdig. Das ergibt sich nicht nur aus der Geschäftspolitik der Geldhäuser, sondern ist auch eine rechtliche Notwendigkeit. Denn die Banken sind per Gesetz zu einer sogenannten Tragfähigkeitsprüfung verpflichtet. Sie müssen also überprüfen, ob sich ein Kunde das gewünschte Darlehen wirklich leisten kann. Nur wenn diese Prüfung positiv ausfällt, dürfen die Banken den Kredit bewilligen und das Geld auszahlen.

Bei den meisten Banken und Kreditvermittlern sind Finanzierungen ab einem Nettoeinkommen von etwa 1.300 Euro möglich. Das bedeutet allerdings nicht, dass man zum Beispiel mit 1.500 oder 1.800 Euro netto im Monat automatisch eine Zusage bekommt. Vielmehr müssen neben den Einnahmen auch die Ausgaben berücksichtigt werden, also zum Beispiel die Kosten für Miete und Lebensmittel, für Versicherungen, fürs Auto usw. Dafür existiert eine Haushaltspauschale, die vom Einkommen abgezogen wird. Gibt es weitere Kostenfaktoren wie beispielsweise Ratenzahlungen für bestehende Kredite, wird auch dieser Betrag abgezogen.

Nur wenn am Ende der Berechnung ausreichend freies Einkommen übrig bleibt, kann und darf die Bank Ja zum Kredit sagen. Wer zu wenig verdient, auf sein Darlehen aber nicht verzichten möchte, der kann sich einen zweiten Antragsteller suchen. Das können der Lebenspartner, Eltern oder Freunde sein. Wichtig ist, dass der Mitantragsteller möglichst solvent ist. Die Bank bekommt dann mit dem zweiten Antragsteller quasi eine doppelte Sicherheit – und kann deshalb den Kredit auch dann freigeben, wenn das Einkommen des Kreditnehmers allein für eine Zusage nicht ausgereicht hätte.

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