Archiv für den Monat: Mai 2020

Autokauf mit schlechter Schufa

Wer ein neues Auto braucht, der muss oft tief in die Tasche greifen – selbst dann, wenn er sich nicht für einen Neuwagen, sondern für einen „Gebrauchten“ entscheidet. Nur ein kleiner Teil der Käufer kann und will den Kaufpreis bar auf den Tisch legen. Die meisten Interessenten entscheiden sich für einen Autokauf auf Kredit.

Für einen Autokredit gelten im Prinzip dieselben Spielregeln wie für jedes Darlehen: Im Zuge der Kreditprüfung informiert sich die Bank über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditsuchenden. Entsprechende Belege wie zum Beispiel der Arbeitsvertrag, Kontoauszüge etc. müssen vorgelegt werden. Zusätzlich holt die Bank auch eine Auskunft bei der Schufa ein.

Von der Schufa bekommt die Bank Informationen über das Zahlungsverhalten des Verbrauchers, und zusätzlich übermittelt die Auskunft den sogenannten Schufa-Score Dabei handelt es sich um einen kompliziert berechneten Wert, der Auskunft darüber geben soll, wie hoch das Ausfallrisiko in einem bestimmten Fall ist. Die Schufa berechnet also die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kredit ihrer Meinung nach pünktlich bezahlt wird. Viele große Banken verlassen sich auf diese Berechnung – und lehnen eine Kreditanfrage ab, wenn der Schufa-Score zu niedrig ist.

Mit einer negativen Schufa-Auskunft bekommt man deshalb bei den meisten Banken kein Darlehen – und auch keinen Autokredit. Wer trotzdem nicht auf den geplanten Autokauf verzichten will, der kann sich für einen Autokredit ohne Schufa entscheiden. Diese Darlehen werden auch dann vergeben, wenn der Schufa-Score für eine „normale“ Autofinanzierung nicht ausreicht.

Die Wahrheit über 0-Prozent-Finanzierungen

0prozent-falleWeniger als 0 Prozent Zinsen kann es nicht geben, oder? So denken viele Kunden und sind davon überzeugt, dass kein Kredit günstiger sein kann als eine 0-Prozent-Finanzierung. Diese Annahme stimmt allerdings nur zum Teil. Das wird rasch deutlich, wenn man einmal hinter die Kulissen der Finanzindustrie blickt.

Für Autohäuser, Möbelhändler oder Elektronikmärkte sind sie ein extrem wichtiges Verkaufsargument: die Finanzierungen mit 0 Prozent Zinsen. Die große Null in der Werbung suggeriert ein echtes Schnäppchen. Und auch die extra niedrigen monatlichen Raten erwecken den Eindruck, dass sich wirklich jeder den neuen Stadtflitzer, die Couchgarnitur oder den Flachbildfernseher leisten kann.

Dabei darf man jedoch eines nicht vergessen: Keine Bank hat Geld zu verschenken. Und deshalb vergibt in Wahrheit auch keine Bank Kredite zum Nulltarif. Die 0-Prozent-Finanzierungen werden einfach künstlich klein gerechnet, indem der Händler die Zinsen übernimmt. Auch das tut er natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern um sein Geschäft anzukurbeln. Und um trotzdem auf seine Kosten zu kommen, schlägt der Händler die Zinsen sozusagen verdeckt auf den Kaufpreis auf. Dadurch wird entweder die Ware direkt teurer – oder der eigentlich vorhandene Verhandlungsspielraum beim Preis wird gestrichen.

Wer ein Auto, eine Küche oder eine andere größere Anschaffung mit einem 0-Prozent-Kredit finanziert, der muss also fast immer den vollen Preis bezahlen. Wer hingegen bar bezahlt, kann sich über hohe Nachlässe freuen. Und Barzahler ist man auch, wenn man sich den benötigten Kredit einfach woanders holt. Dort liegen die Zinsen zwar nicht bei Null, doch wegen des zu erwartenden Preisnachlasses rechnet sich dieses Geschäft trotzdem.