Archiv für den Monat: Februar 2018

Kredit ohne Schufa oder Kredit trotz Schufa?

Glaubt man den großen Banken in Deutschland, dann ist es ganz einfach: Wer eine „schlechte Schufa“ hat, bekommt keinen Kredit. Und tatsächlich lehnen die Großbanken jede Anfrage eines Interessenten mit zu niedrigem Schufa-Score automatisch ab. Das hat allerdings im Kern nur wenig mit der tatsächlichen Kreditwürdigkeit des Betroffenen zu tun, dafür aber sehr viel mit der Arbeitsweise der Banken: Die Geldhäuser wollen möglichst wenig Arbeit und möglichst wenig Risiko mit ihrem Kreditgeschäft haben. Das Geschäft läuft automatisiert und im großen Stil, so dass für Einzelfallprüfungen schlicht keine Zeit bleibt.

Viele Verbraucher machen diese leidvolle Erfahrung nicht nur einmal mit ihrer Hausbank, sondern gleich mehrfach mit verschiedenen Instituten. Kein Wunder, dass so irgendwann die Erkenntnis reift: Mit negativen Schufamerkmalen ist ein Kredit ohne Schufa die einzige Option, überhaupt an frisches Geld zu kommen. Das ist jedoch grundlegend falsch. Denn neben Krediten ohne Schufa gibt es auch Kredite trotz Schufa – und die sind oft die deutlich bessere Wahl.

Ein Kredit trotz Schufa ist ein reguläres Darlehen, für das eine Schufa-Auskunft eingeholt wird und das nach der Aufnahme auch an die Schufa gemeldet wird. Der Unterschied zu anderen Krediten besteht darin, dass sich der Kreditgeber hier von dem einen oder anderen Schönheitsfehler in der Schufa nicht abschrecken lässt. Vereinfacht gesagt: Nur weil in der Vergangenheit mal eine Rechnung zu spät bezahlt wurde, heißt das ja nicht, dass man sich ein Darlehen nicht leisten kann. Wenn das Einkommen ausreicht, können spezialisierte Kreditbroker wie zum Beispiel Bon-Kredit vergleichsweise günstige Kredite trotz Schufa anbieten.

Der „Preis“ eines Kredites bemisst sich über die effektiven Jahreszinsen, die an die Bank zu zahlen sind. Und genau diese Effektivzinsen sind bei einem Kredit ohne Schufa deutlich teurer. Deshalb raten Finanzexperten, immer zunächst einen Kredit trotz Schufa zu suchen – und zur schufafreien Alternative nur dann zu greifen, wenn es wirklich keine andere Option gibt. Denn für die Darlehen ohne Schufa, die auch als Schweizer Kredite bekannt sind, müssen Verbraucher im Regelfall Zinssätze oberhalb der Zehn-Prozent-Marke zahlen.

Wie viel Kredit kann ich mir leisten?

Ein guter Kredit überfordert Sie nicht, liefert Ihnen aber dennoch genug frisches Kapital für die Verwirklichung Ihrer Pläne. Wenn Sie zum Beispiel offene Rechnungen bezahlen oder ein Auto kaufen wollen, dann wissen Sie, wie viel Geld Sie brauchen. Bei größeren Projekten wie einer Renovierung der Wohnung steht ebenfalls am Anfang eine Planung inklusive Kostenaufstellung.

Doch können Sie sich den gewünschten Kredit auch tatsächlich leisten?

Um das herauszufinden, müssen Sie ein wenig rechnen.

Letztlich geht es darum herauszufinden, in welchem Umfang Sie Monat für Monat freie Finanzmittel zur Verfügung haben. Wenn das Geld, das unter dem Strich regelmäßig übrigbleibt, für die Zahlung der Kreditraten ausreicht, dann können Sie sich den gewünschten Kredit leisten.

So gehen Sie vor: Notieren Sie alle Einnahmen, die Sie Monat für Monat haben. Bei Angestellten ist das vor allem das Gehalt, eventuell zuzüglich Nebenjobs, Rentenzahlungen etc.

Auf der anderen Seite schreiben Sie sämtliche Ausgaben untereinander, die regelmäßig anfallen. Die wichtigsten Posten sind dabei zumeist die Miete inklusive Nebenkosten, Versicherungen, Kosten fürs Auto, für Lebensmittel etc. Vergessen Sie darüber hinaus auch Beiträge für Sportvereine, Abonnements und sonstige wiederkehrende Ausgaben nicht.

Zum Schluss machen Sie einen Strich unter die Einnahmen und die Ausgaben. Die Summe, die nach Abzug aller Kosten übrig bleibt, entspricht dem Betrag, den Sie zur Verfügung haben. Und einen Teil davon können Sie problemlos für die Zahlung der Kreditraten einplanen. Haben Sie also zum Beispiel 400 Euro übrig, spricht nichts gegen ein Darlehen mit einer Rate von 200 oder 250 Euro.