Archiv für den Monat: Mai 2017

Die Wahrheit über 0-Prozent-Finanzierungen

0prozent-falleWeniger als 0 Prozent Zinsen kann es nicht geben, oder? So denken viele Kunden und sind davon überzeugt, dass kein Kredit günstiger sein kann als eine 0-Prozent-Finanzierung. Diese Annahme stimmt allerdings nur zum Teil. Das wird rasch deutlich, wenn man einmal hinter die Kulissen der Finanzindustrie blickt.

Für Autohäuser, Möbelhändler oder Elektronikmärkte sind sie ein extrem wichtiges Verkaufsargument: die Finanzierungen mit 0 Prozent Zinsen. Die große Null in der Werbung suggeriert ein echtes Schnäppchen. Und auch die extra niedrigen monatlichen Raten erwecken den Eindruck, dass sich wirklich jeder den neuen Stadtflitzer, die Couchgarnitur oder den Flachbildfernseher leisten kann.

Dabei darf man jedoch eines nicht vergessen: Keine Bank hat Geld zu verschenken. Und deshalb vergibt in Wahrheit auch keine Bank Kredite zum Nulltarif. Die 0-Prozent-Finanzierungen werden einfach künstlich klein gerechnet, indem der Händler die Zinsen übernimmt. Auch das tut er natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern um sein Geschäft anzukurbeln. Und um trotzdem auf seine Kosten zu kommen, schlägt der Händler die Zinsen sozusagen verdeckt auf den Kaufpreis auf. Dadurch wird entweder die Ware direkt teurer – oder der eigentlich vorhandene Verhandlungsspielraum beim Preis wird gestrichen.

Wer ein Auto, eine Küche oder eine andere größere Anschaffung mit einem 0-Prozent-Kredit finanziert, der muss also fast immer den vollen Preis bezahlen. Wer hingegen bar bezahlt, kann sich über hohe Nachlässe freuen. Und Barzahler ist man auch, wenn man sich den benötigten Kredit einfach woanders holt. Dort liegen die Zinsen zwar nicht bei Null, doch wegen des zu erwartenden Preisnachlasses rechnet sich dieses Geschäft trotzdem.