Archiv für den Monat: Mai 2015

Immobilienkauf: Wie viel Eigenkapital braucht man?

Trautes Heim, Glück allein – diesen Spruch kennt wohl jeder. Am schönsten ist es natürlich, wenn das Heim nicht „nur“ eine gemietete Wohnung ist, sondern ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung. Die eigenen vier Wände sind immer noch der größte Lebenstraum für viele Menschen.

Die gute Nachricht: Der Kauf einer eigenen Immobilie ist heute viel einfacher möglich als in der Vergangenheit. Der Grund liegt in den extrem gesunkenen Zinssätzen. Das bedeutet konkret: Wer sich das Geld für den Hauskauf von der Bank leiht, muss sehr viel weniger Zinsen zahlen als noch vor ein paar Jahren. Das führt dazu, dass die Monatsraten überschaubar bleiben und dass sich auch Familien mit einem eher niedrigen Einkommen den Traum vom Eigenheim erfüllen können.

Ohne Eigenkapital geht es fast nie

Die Euphorie in Sachen Immobilienkauf wird allerdings von einer Tatsache gedämpft: Für eine Immobilienfinanzierung ist fast immer Eigenkapital in nennenswertem Umfang erforderlich. Dabei gilt: Je mehr, desto besser.

Im Prinzip sind beim Immobilienkauf auch Vollfinanzierungen möglich. Von einer solchen Finanzierung spricht man, wenn der Kaufpreis des Objektes zu 100 Prozent mit einem Kredit finanziert wird. Ein solches Darlehen bewilligen die Banken allerdings nur Käufern mit einer echten Top-Bonität. Sie müssen also ein hohes und sicheres Einkommen nachweisen können, um einen Immobilienkredit ohne Eigenkapital aufnehmen zu können.

30 Prozent der Kaufsumme ansparen

Im Regelfall gilt: Die Banken verlangen einen Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 Prozent, bezogen auf den Kaufpreis. Für eine Eigentumswohnung zum Preis von 100.000 Euro sollten also 20.000 bis 30.000 Euro eigene Mittel vorhanden sein. Für ein Einfamilienhaus im Wert von 200.000 Euro rechnen die Banken mit 40.000 bis 60.000 Euro Eigenkapital. Wer weniger hat, sollte am besten zunächst einmal einige Jahre Vermögen aufbauen und erst dann eine Immobilie kaufen.

Interessante Möglichkeiten beim Neubau

Eine interessante Perspektive für Immobilieninteressenten kann sich beim Neubau eines Objektes ergeben. Wer kein fertiges Haus kauft, sondern selbst eines errichtet, der kann auf der Baustelle selbst mit anpacken. Die Eigenleistung senkt nicht nur die Gesamtkosten, sondern wird von vielen Banken zudem als Ersatz für fehlendes Eigenkapital akzeptiert. Man spricht in diesem Zusammenhang oft von der „Muskelhypothek“. Mit ihrer Hilfe kann es gelingen, einen Immobilienkredit ohne Eigenkapital-Einsatz zu erhalten.