Archiv für den Monat: Dezember 2014

Banken vergeben immer weniger Kredite

Um die Wirtschaft in Europa wieder in Schwung zu bringen, wären nach Ansicht vieler Beobachter mehr Kredite für Verbraucher und Unternehmen erforderlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) bemüht sich bereits seit Jahren, die Banken zu einer Ausweitung der Kredittätigkeit zu bewegen.

Aktuelle Zahlen zeigen jedoch, dass die Geldhäuser in der Eurozone den Währungshütern noch immer einen Strich durch die Rechnung machen. Sie vergeben nicht mehr Kredite als in den Vormonaten, sondern sie haben das Kreditvolumen im Gegenteil nochmals reduziert.

Die EZB hat die Zahlungen für November 2014 veröffentlicht. Und diese Daten zeigen einen eindeutigen Trend nach unten: Von einem ohnehin niedrigen Niveau sank das Kreditvolumen noch einmal um 0,9 Prozent.

Die Menge des insgesamt im Umlauf befindlichen Geldes ist hingegen auch im November weiter gestiegen. Die Zunahme belief sich laut EZB auf 3,1 Prozent. Die meisten Fachleute hatten zuvor mit einem Anstieg um lediglich 2,6 Prozent gerechnet.

Die Deutschen horten Milliarden in bar

Die Finanzkrise hat das Vertrauen vieler Menschen in den Bankensektor nachhaltig erschüttert. Zahlreiche Verbraucher horten ihr Erspartes daher lieber in Form von Bargeld zu Hause als es auf der Bank zu lassen.

Die seit Jahren sehr mageren Sparzinsen haben diesen Trend noch verstärkt. Wenn das Geld bei der Bank ohnehin kaum Rendite abwirft, so lautet scheinbar die Logik, dann kann man es auch gleich in den eigenen vier Wänden deponieren.

Noch halten Experten das Phänomen für überschaubar und beherrschbar. Auch die Bundesbank sieht nach eigenen Angaben derzeit kein Problem. Einig sind sich die meisten Beobachter jedoch darin, dass die Nachfrage nach Bargeld bald stark anziehen könnte – dann nämlich, wenn die Diskussion um negative Zinsen auf das Ersparte an Dynamik gewinnen sollte.

Einzelne Banken verlangen von Firmenkunden für große Summen schon jetzt die sogenannten „Strafzinsen“. Die Kunden erhalten also keine Zinsen auf ihr Geld, sondern müssen für deren „Verwahrung“ eine Gebühr bezahlen.

Schon auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatten zahlreiche Menschen Teile ihrer Ersparnisse abgehoben. Insbesondere 500 Euro-Scheine waren seinerzeit gefragt.

Wie viele Milliarden tatsächlich in deutschen Kopfkissen, Gefriertruhen und Tresoren versteckt sind, weiß niemand. Die Summe dürfte aber gewaltig sein. Schätzungen zufolge könnten bis zu zwei Drittel des verfügbaren Bargeldes nicht im Umlauf sein, sondern in privaten „Verstecken“ vor sich hin schlummern.

Steigen die Zinsen in den USA bald wieder?

steigen-us-zinsenWeltweit wird gerätselt, wann die US-amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen wieder anheben wird. Man rechnet mit einer Signalwirkung auch auf andere Notenbanken.

Wann es soweit sein könnte, darüber hüllen sich die Verantwortlichen in den USA bislang noch in Schweigen.

Bislang ging man davon aus, dass die Notenbanker die Zinsen zur Stützung der noch immer labilen Wirtschaft über einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen historischen Tiefstand belassen würden. Doch nun gibt es erste Spekulationen, dass die Zinswende früher eingeleitet werden könnte als bislang gedacht.

Ein möglicher Hinweis laut Medienberichten: Die Inflation in den USA kommt langsam in einen Bereich, der dem Zielkorridor der Fed entspricht. Das könnte bedeuten, dass die Zinsen wieder angehoben werden, ohne dass dieser Schritt der Wirtschaft schadet.

Konkrete Aussagen zum Zeitpunkt möglicher Zinsanpassungen gibt es bislang noch nicht. Eine wachsende Zahl von Beobachtern rechnet aber mit einer entsprechenden Entscheidung noch im ersten Halbjahr 2015. Zum Ende des Jahres 2015 könnten die Leitzinsen, die sich derzeit auf 0,25 Prozent belaufen, dann bereits wieder bei über 1 Prozent liegen.

Vom Zinsniveau vergangener Jahre wäre der Wert auch dann noch weit entfernt. Doch es wäre zumindest ein erster zarter Schritt zurück zur Normalität.