Archiv für den Monat: September 2013

Banken haben viel Kredit verspielt

Der Beruf des Bankers hat seit der Finanzkrise viel von seinem Glanz eingebüßt. Die meisten Kunden vertrauten ihren Berater bei der Bank früher mehr oder weniger blind. Wenn ihnen ein solider Bankmitarbeiter eine Anlage empfiehlt, so dachten sie, dann kann es sich nicht um ein schlechtes Produkt handeln. Heute sind viele schlauer: Eine Reihe von Geldinstituten war lange Zeit eher an Provisionen als an hohen Rendite für die Anleger interessiert. Unsichere oder schlechte Anlageprodukte wurden reihenweise empfohlen, wenn das die Kasse der Bank klingen ließ. Kein Wunder, dass die Geldhäuser bei ihren Kunden viel Kredit verspielt haben.

Gerade junge Kunden, so hat die FOM-Hochschule in einer Untersuchung festgestellt, sind sehr misstrauisch gegenüber ihrer Bank. Sie informieren sich sehr umfassend selbst und treffen ihre eigenen Entscheidungen. Jeder zweite Anleger verlässt sich auf sein eigenes Gespür und erschließt eigene Informationsquelle. Noch ein Jahr zuvor hatte lediglich ein Viertel der befragten Bankkunden eigenständig und ohne Unterstützung durch einen Berater entschieden.

Regierungskrise in Italien belastet den Euro

Wie eng politische Entscheidungen und die Entwicklung auf den Kapitalmärkten zusammenhängen, zeigt einmal mehr das Beispiel von Italien: Nachdem der frühere Premierminister Berlusconi den Versuch gestartet hatte, die Regierung zu stürzen, geriet der Euro unter Druck. Würde die Regierung fallen, so die Befürchtung, wäre in Italien erneut monatelanger Stillstand zu befürchten. Noch mehr fürchten Anleger nur eine Rückkehr von Berlusconi in höchste Ämter. Dann wäre es nämlich mit dem Sparkurs Italiens wohl vorbei.

Italien gehört zu den größten Ländern in der EU und leidet unter einer hohen Staatsverschuldung. Italien wäre ein zu „dicker Brocken“ für den Rettungsfonds, mit dem die Euroländer notleidenden Staaten wie Griechenland, Portugal, Irland oder Zypern in der Vergangenheit unter die Arme gegriffen haben. Für Italien könnte der Fonds eine solche Rettungsaktion nicht leisten. Würde das südeuropäische Land wieder in eine Regierungskrise gestürzt, könnte das unabsehbare Folgen für die gesamte Euro-Zone haben.

Anleger folgen hohen Zinsen ins Ausland

Die Zeiten, in denen man mit Tagesgeld oder Festgeld eine gute Rendite erzielen konnte, sind lang vorbei. Bei den meisten Banken liegen die Zinsen auf Guthaben unterhalb der Inflationsrate. Das bedeutet im Klartext: Statt sich zu vermehren, schrumpft das Vermögen real. Diesen schleichenden Wertverlust wollen immer mehr Sparer nicht hinnehmen. Sie bringen immer größere Teile ihres Geldes ins Ausland, wie die Bundesbank ermittelt hat. Die Forderungen von Deutschen im Ausland haben demnach inzwischen die Marke von 7 Billionen Euro überschritten.

Vor allem ausländische Anleihen sind bei deutschen Anlegern gefragt. Mehr als 150 Milliarden zusätzlich pumpten sie im Jahr 2012 in diesen Markt. Deutsche Anleger sind somit wichtige Gläubiger anderer Staaten und ausländischer Unternehmen. Umgekehrt lockt die große Sicherheit deutscher Schuldverschreibungen zunehmend internationale Investoren an. Knapp über eine Billion Euro hat sich der deutsche Staat im Ausland geliehen.

Ärzte bekommen deutlich mehr Geld

Bis zu 800 Millionen Euro könnten im kommenden Jahr in den Kassen der deutschen Ärzte landen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, kurz: KBV, hat eine entsprechende Vereinbarung mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen getroffen. Im Durchschnitt kann sich somit jeder Kassenarzt im Jahr 2014 über ein Plus von 4.000 bis 5.000 Euro freuen. In einzelnen Fällen kann der Zuwachs auch noch höher ausfallen.

Mehr Geld soll nach der nun erzielten Einigung insbesondere in die Grundversorgung fließen. Zu den Hautprofiteuren gehören daher die Hausärzte und die niedergelassenen Fachärzte. Zu dem Plus von 800 Millionen Euro bei den Honoraren kommt nach Schätzungen von Experten eine weitere Summe von etwa 200 Millionen Euro hinzu. Dieses Geld, so heißt es, werde vor allem in ambulante Operationen und in Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge fließen.

So könnte es sein, dass die Mehrkosten für Ärzte bei den gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2014 insgesamt bei mehr als einer Milliarde Euro liegen werden. Aus der Sicht der Kassen dürfte das zu verschmerzen sein, verfügen Sie doch derzeit über Reserven im zweistelligen Milliardenbereich.

Bessere Kontrolle für Europas Banken

Unkontrollierte Geschäfte mit überbordenden Risiken brachten in den vergangenen Jahren manche Bank an den Rand des Zusammenbruchs. Um katastrophale Folgen für das gesamte Wirtschaftssystem zu vermeiden, musste die Institute mit unzähligen Milliarden gerettet werden. Das Geld stammt von den Staaten und damit letztlich von den Steuerzahlern. Eine der Lehren aus der Finanzkrise lautet: Die Banken müssen striktere Regeln bekommen. Und deren Einhaltung muss überwacht werden.

Nun sind die entsprechenden Bemühungen auf europäischer Ebene ein gutes Stück voran gekommen. Nach Medienberichten haben die Führung der EZB und der Chef des Europäischen Parlaments eine Einigung in Verfahrensfragen erzielt. Das ermöglicht zeitnah eine Abstimmung im EU-Parlament über die geplante Bankenaufsicht.

Die neuen Regelungen sollen einige grundlegende Veränderungen einleiten. Neu ist vor allem, dass insbesondere Eigentümer, also Aktionäre, und Gläubiger einer Bank für Verluste haften sollen. Sie sollen außerdem die Aufwendungen für eine mögliche Sanierung einzelner Institute tragen. Die Steuerzahler sollen auf diese Weise entlastet werden. Außerdem bekommt die EU-Kommission wirkungsvolle Instrumente an die Hand, mit denen sie kriselnde Banken kurzfristig schließen kann, um den Markt insgesamt zu stabilisieren.

Droht eine neue Finanzkrise?

kleine-bankenDie Gefahr einer neuen Finanzkrise ist noch längst nicht gebannt. Immer wieder äußern sich mehr oder weniger bekannte Experten in Interviews und erheben mahnend ihre Stimme. Vor allem die hohe Staatsverschuldung vieler Länder in der EU und die enormen Verbindlichkeiten der USA geben Anlass zur Sorge. Aus Amerika kommt nun erneut eine kritische Anmerkung. Sie stammt nicht von „irgendwem“, sondern von Henry Paulson, dem früheren US-Finanzminister. Vor seinem Wechsel in die Politik war er Chef bei der Investmentbank Goldman Sachs. Der Mann kennt sich also aus. Und er ging in die Geschichte ein mit seiner Entscheidung, die vor der Pleite stehende Bank Lehman Brothers nicht mit staatlichen Milliarden vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Dieses Ereignis löste letztlich die weltweite und über Jahre andauernde Finanzkrise aus.

Nun also ist Paulson wieder da und warnt vor einer neuen Finanzkrise. Er prangert fehlende Fortschritte bei der Sanierung der vom Staat geförderten Baufinanzierer an und kritisiert die Existenz großer Schattenbanken. Zudem seien immer noch verschiedene Banken so groß, dass der Staat sie im Fall des Falles um jeden Preis retten müsse. Als „zu groß um zu stürzen“ oder „systemrelevant“ werden diese Geldhäuser von der Politik gerne genannt. Die Argumentation: Ohne eine Rettung dieser Geldhäuser würde das gesamte Bankensystem kollabieren.

Da es immer noch Banken gebe, die „too big to fail“ seien, so schlussfolgert der frühere US-Finanzminister, könnten die Probleme der vergangenen Jahre jederzeit wieder von Neuem auftreten – wahrlich keine beruhigenden Aussagen.

Gut abgesichert in den Urlaub

Wenn es um ihren Urlaub geht, dann denken die meisten Menschen an Sonne, Strand und Meer. Sie träumen von unbeschwerten Tagen und Nächten und von ganz viel Genuss. Gerade wer tiefer in die Tasche greift und vielleicht einen Urlaubskredit zur Finanzierung seiner Reise aufnimmt, der möchte, dass in den schönsten Wochen des Jahres alles perfekt ist. Negative Gedanken aller Art haben da verständlicherweise keinen Platz. Und doch sollte man das Risiko eines Unfalls oder einer Erkrankung bei den Vorbereitungen bedenken. Insbesondere bei Reisen in weiter entfernte Gefilde lohnt sich oft der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung.

In vielen Ländern werden Patienten vorab zur Kasse gebeten, bevor sie behandelt werden. Die normale Krankenversicherung erstattet einen großen Teil der Kosten nicht ohne Weiteres. Und besonders problematisch wird es, wenn ein Rücktransport in die Heimat bezahlt werden muss. Die Kosten hierfür können sich schnell auf mehrere zehntausend Euro summieren. Auch auf diesen Ausgaben bleiben Betroffene oft sitzen, wenn Sie keine spezielle Versicherung für ihren Aufenthalt im Ausland abgeschlossen haben.

Wer in Länder außerhalb der EU verreisen will oder einen sehr langen Auslandsaufenthalt von mehr als 70 Tagen Dauer plant, der sollte rechtzeitig mit seiner Krankenkasse sprechen. In diesem Gespräch kann geklärt werden, welche Leistungen die bestehende Police bietet und welche nicht. Eine gute Absicherung für die ganze Familie gibt es schon ab 15 Euro im Jahr, hat die Stiftung Warentest in einem groß angelegten Vergleich herausgefunden.

Haftpflichtversicherung: Jeder sollte sie haben

50 bis 70 Euro pro Jahr reichen für einen effektiven Schutz vor dem Ruin aus – ein gutes Geschäft, sollte man meinen. Doch obwohl die Kosten einer privaten Haftpflichtversicherung angesichts des großen Leistungsumfangs kaum ins Gewicht fallen, verfügen viele Deutsche noch immer nicht über eine solche Police. Das kann im Fall des Falles zu extremen finanziellen Problemen und sogar zum völligen Bankrott führen.

Wer einen Schaden verursacht, der muss dafür haften Die gesetzlichen Regelungen sind hier sehr klar. Es gibt allerdings die Möglichkeit, sich gegen die Ansprüche Dritter zu versichern. Eine Haftpflichtversicherung übernimmt die Zahlungen, wenn durch ein Versehen Gegenstände zerstört werden oder Menschen zu Schaden kommen. Manchmal reicht schon eine winzige Ursache für sehr große Folgen. Der Ball, der beim Spielen im Garten auf die Straße rollt, ist ein klassisches Beispiel. Er trifft vielleicht ein Auto, dessen Fahrer daraufhin abrupt bremst und eine Karambolage verursacht. Schon die Blechschäden summieren sich schnell auf Zehntausende Euro. Werden aber auch Menschen verletzt, erreichen die erforderlichen Beträge auch mal sechs- oder siebenstellige Summen – vor allem dann, wenn zum Beispiel Rentenzahlungen wegen einer eingetretenen Berufsunfähigkeit geleistet werden müssen. Kein Normalverdiener kann solche Zahlungen aus eigener Tasche leisten. Die Privatinsolvenz wäre die zwingende Folge.

Natürlich sind die geschilderten Folgen extrem. Natürlich bleibt es in den meisten Fällen bei weitaus kleineren Schäden. Doch selbst wenn „nur“ 5.000 oder 10.000 Euro zu zahlen wären, würde das viele Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen überfordern. Um sich vor den möglicherweise existenziellen Folgen zu schützen, sollte jeder Erwachsene eine Haftpflichtversicherung abschließen. In der Regel sind in den Tarifen auch minderjährige Kinder mitversichert. Auf die Police zu verzichten, bedeutet definitiv Sparen am falschen Ende.

Lebensversicherungen in der Krise

Lebensversicherungen stehen bei den Deutschen nach wie vor hoch im Kurs. Es gibt in Deutschland mehr Policen als Einwohner. Doch in den vergangenen Jahren hat die Attraktivität dieser Sparform laufend abgenommen. Erst fiel ein Teil der steuerlichen Privilegien, dann sanken die Mindestverzinsungen mehrfach. Vor kurzem machte die Branche erneut Schlagzeilen – mit der angeblichen Forderung, die Gewinnbeteiligung der Versicherten weiter zu senken.

Das Problem: Die Gesellschaften müssen gesetzliche Vorgaben für die Anlage der Kundengelder beachten und dürfen zum Beispiel keine spekulativen Investments wählen. Das Zinsniveau ist jedoch stark gesunken, so dass sich mit vielen sicheren Anlageformen kaum noch die notwendige Rendite erwirtschaften lässt. Nun forderten Teile der Versicherungswirtschaft laut Zeitungsberichten, die Teilhabe ihrer Kunden an den Gewinnen vorübergehend auszusetzen. Wenn sich die Situation in ein paar Jahren wieder verbessere, so der kolportierte Plan, dann könnten die nicht erfolgten Ausschüttungen nachgeholt werden. Von einem Antrag an die zuständigen Behörden war die Rede, selbst der Bundestag befasste sich mit der Angelegenheit.

Doch nun kam heraus: Den angeblichen Antrag der zehn Versicherungen gibt es in dieser Form gar nicht. Es hatte lediglich ein Unternehmen ohne aktives Versicherungsgeschäft die Aussetzung der Ausschüttung gefordert. Viel Wind um nichts also? Nicht ganz. Denn die nervöse Redaktion zeigt, wie gering das Vertrauen in die Lebensversicherung inzwischen ist. Und die Branche räumt ganz offen ein, vor einer großen Herausforderung zu stehen: In alten Verträgen sind teilweise noch recht hohe Garantieverzinsungen festgeschrieben, die Renditen sicherer Anlagen sind jedoch seit langem im Keller. Ob eine Lebensversicherung tatsächlich als Instrument der Altersvorsorge sinnvoll ist, das ist umstrittener denn je. Die Stiftung Warentest stellten den Policen gerade erst ein sehr schlechtes Zeugnis aus.

Geld verdienen um jeden Preis? Burnout ist ansteckend

Zu viel Stress am Arbeitsplatz kann krank machen. Frust, Erschöpfung und Burnout sind die möglichen Folgen. Das Phänomen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Viele Kritiker sehen darin die logische Konsequenz aus wachsendem Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz und der ständigen Erreichbarkeit per Smartphone und Handy. Immer mehr Menschen, so lautet der Befund, haben Schwierigkeiten, einfach mal abzuschalten. Die Balance aus einem Beruf zum Geldverdienen und genügend Freizeit zur Erholung gibt es bei vielen Angestellten und Selbständigen nicht mehr. Die permanente Aktivität und Anspannung im Job übertragen sich ins Private: Das ziellose Nichtstun, die Entspannung und der Müßiggang geraten ins Abseits. In der „Freizeit“ muss ebenfalls ständig etwas passieren. Viele Menschen räumen nach Feierabend auf, renovieren den Keller oder treiben intensiv Sport – statt einfach mal tatsächlich gar nichts zu tun.

Die ständige Überlastung – sei sie objektiv vorhanden oder subjektiv empfunden – schadet dem Körper und der Seele. Es droht ein Zustand völliger Erschöpfung, in dem selbst einfachste Tätigkeiten als zu schwer erscheinen. Mediziner sprechen dann vom „Burnout“ und schreiben den Betroffenen krank. Was folgt, ist zumeist eine längere Behandlung und eine Umstellung der bisherigen Gewohnheiten.

Es ist allerdings kein Geheimnis, dass viele Betroffene das Eingeständnis, Hilfe zu brauchen, möglichst weit nach hinten schieben. Sie wollen sich selbst und anderen gegenüber nicht eingestehen, dass sie mit ihren Kräften am Ende sind. Das gilt als Zeichen der Schwäche – und das kann möglicherweise fatal sein im Kampf um Aufstiegschancen und Karriere. So kommt es, dass viele eigentlich behandlungsbedürftige Menschen weiterhin zur Arbeit gehen und so lang wie möglich Höchstleistungen vollbringen. Das ist jedoch weder für sie selbst gut noch für andere. Da Menschen die Gefühle ihrer Mitmenschen wahrnehmen und in gewissem Umfang imitieren, können Burnout und andere seelische Erkrankungen ansteckend sein. In der Wirtschaftswoche gibt eine Expertin Tipps, wie Betroffene und Kollegen mit der Situation umgehen sollten.