Archiv für den Monat: August 2013

Die Deutschen sparen zu wenig

Lange Zeit galten die Bundesbürger als Weltmeister im Sparen. Kein anderes Volk legte regelmäßig so viel Geld auf die hohe Kante wie die Deutschen. Die mageren Zinsen fürs Ersparte haben die Bereitschaft zur Bildung von Rücklagen jedoch spürbar gesenkt. Eine Umfrage zeigt: Die Menschen hierzulande wissen, dass sie eigentlich stärker fürs Alter vorsorgen müssten. Doch sie tun es nur unzureichend, weil sie einfach keine lukrativen Anlagemöglichkeiten entdecken.

Mit den fehlenden Anreizen zum langfristigen Sparen beschäftigt sich das Magazin „Wirtschaftswoche“ in einem ausführlichen Bericht. Das Hauptproblem sehen Experten darin, dass die reale Verzinsung negativ ist. Heißt im Klartext: Die Zinsen, die es bei der Bank auf die Ersparnisse gibt, sind niedriger als die Inflation. Der reale Wert des Geldes sinkt also statt zu wachsen – kein Wunder, dass da relativ wenige Menschen Lust verspüren, große Guthaben auf ihrem schlecht verzinsten Konto oder Sparbuch anzuhäufen. Vor allem langfristig, warnen Fachleute, kann das gravierende Folgen haben. Denn schon heute ist klar, dass das gesetzliche Rentenniveau in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Größtmögliche private Altersvorsorge wäre daher eigentlich Pflicht. Doch hier ist noch viel Luft nach oben.

Im internationalen Vergleich stehen die Deutschen nach wie vor sehr gut da. Doch angesichts der lang anhaltenden Phase mit sehr niedrigen Sparzinsen könnte die oft bewunderte „deutsche Sparkultur“ weiter leiden.

Und was tun die Deutschen mit ihrem Geld, wenn sie es nicht aufs Sparkonto legen oder in Riester-Verträge investieren? Eine der möglichen Antworten liefert ein Blick auf die Immobilienpreise. „Betongold“ ist gefragt wie nie, was für stetig steigende Preise vor allem in den Ballungsräumen sorgt. Hier heißt es: Aufpassen! Eine Immobilie in guter Lage kann zwar tatsächlich eine wertbeständige Geldanlage sein. Doch wenn die Preise über Jahre hinweg deutlich über dem langjährigen Durchschnitt ansteigen, dann droht die Gefahr einer Immobilienblase. Vor allem in Spanien haben die Menschen erlebt, was das bedeutet.

Vergleich der Dispozinsen: So zierten sich die Banken

Wenn die Stiftung Warentest an die Tür klopft, bedeutet das nicht immer etwas Gutes. Die Tester schauen schließlich ganz genau hin, sind wirtschaftlich unabhängig und nehmen kein Blatt vor den Mund. Wenn sie ein Produkt oder eine Dienstleistung für schlecht halten, dann sagen sie das ganz offen. Haben Deutschlands Banken Angst vor den Testern? Jedenfalls zeigten sie sich während der Recherchen für den aktuellen Vergleich der Dispozinsen sehr verschlossen. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, weigerten sich viele Institute, Angaben zur Höhe ihrer Zinsen zu machen. Handelt so ein Unternehmen, das nichts zu verbergen hat und das mit gutem Gewissen hinter seinen Angeboten steht? Vermutlich nicht.

Die Warentester ließen sich von der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Banken natürlich nicht abschrecken, sondern schicken Tester inkognito zu den Banken. Mehr als 600 Geschäftsstellen mussten auf diese Weise besucht werden, weil die Konditionen auch online nicht zu finden waren. Besonders dreist: Mehr als zwei Dutzend Mal weigerten sich die Bankangestellten, die Konditionen für einen Dispokredit bekannt zu geben. Selbst hartnäckigen Nachfragen verweigerten sie sich.

Die gute Nachricht: Die Warentester fanden durchaus auch günstige Zinsen für Dispokredite.

Die Griechen brauchen schon wieder Geld

5 vor 12Überrascht es noch jemanden, dass Griechenland spätestens 2014 weitere Milliarden seiner Kreditgeber braucht? Wahrscheinlich nicht. Überraschend ist höchstens die Tatsache, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mitten im Wahlkampf die Katze aus dem Sack lässt und nicht länger verheimlicht, dass erneut große Summen nach Athen fließen werden.

Vielleicht, das ist eine mögliche Erklärung, fühlt sich die Union in Sachen Bundestagswahl schon so sicher, dass sie vor der Wahrheit keine Angst mehr hat – Wahlkampf hin oder her. Bisher haben politische Beobachter noch keine Anzeichen dafür ausgemacht, dass Schäuble nach der Wahl seinen Job an den Nagel hängen will. Obwohl er inzwischen über 70 ist, fühlt er sich anscheinend fit genug für eine weitere Amtszeit. Dass Angela Merkel den Finanzminister wieder in ihr Kabinett holt, wenn die CDU die Wahl gewinnt, darf als sicher gelten.

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